Wenn der Kurs ein neues Hoch erreicht, der Momentum-Indikator aber zurückbleibt, spricht man von Divergenz. Sie verrät den nachlassenden Schwung — und tritt besonders häufig in der fünften Welle auf, wo sie die bevorstehende Umkehr ankündigt.
Divergenz bezeichnet den Widerspruch zwischen Kursverlauf und Momentum-Indikator: Der Preis bildet ein höheres Hoch, der Oszillator aber ein niedrigeres. Der Trend läuft äußerlich weiter — innerlich verliert er bereits an Kraft.
Ein Momentum-Oszillator (etwa RSI oder MACD) misst die Geschwindigkeit der Kursbewegung. Erreicht der Preis ein neues Extrem, der Indikator aber nicht, ist der zweite Schub mit weniger Kraft getragen.
Divergenz ist kein Auslöser, sondern eine Warnung. Sie sagt nicht, wann der Trend dreht — nur, dass die Wahrscheinlichkeit dafür wächst.
Divergenz gibt es in beide Richtungen. Bärische Divergenz erscheint an einem Hoch (höheres Kurshoch, niedrigeres Oszillatorhoch); bullische Divergenz an einem Tief (niedrigeres Kurstief, höheres Oszillatortief). Umschalten:
Beide Formen funktionieren nach demselben Prinzip, nur an entgegengesetzten Extremen. Bärische Divergenz warnt am Top vor fallenden Kursen; bullische Divergenz warnt am Boden vor einer Erholung.
Im Elliott-Kontext erscheint bärische Divergenz typischerweise am Ende einer fünften Welle aufwärts — bullische am Ende einer fünften Welle abwärts oder am Ende der Welle C.
Das stärkste Momentum liegt meist in Welle 3. Erreicht Welle 5 ein neues Kurshoch, bleibt der Oszillator oft unter seinem Hoch aus Welle 3 — eine klassische Divergenz, die das Ende des Impulses bestätigt. Verändern Sie das Oszillatorhoch von Welle 5.
Welle 3 ist fast immer die schwungvollste Welle — entsprechend liegt das Oszillatorhoch meist dort. Wenn Welle 5 den Preis noch einmal höher trägt, das Momentum aber zurückbleibt, untermauert das die Zählung „dies ist Welle 5".
Bleibt der Oszillator dagegen auf Augenhöhe oder darüber, ist Vorsicht geboten: Vielleicht handelt es sich noch um eine Teilwelle der dritten Welle, nicht um die fünfte.
Drei Dinge, die Sie sich merken sollten.
Neues Kurshoch, aber niedrigeres Oszillatorhoch (oder umgekehrt am Tief) — der Schwung lässt nach.
Bärisch am Hoch warnt vor fallenden, bullisch am Tief vor steigenden Kursen.
Divergenz zwischen Welle 3 und Welle 5 bestätigt das nahende Ende des Impulses.