Ein Derivat besitzt den Basiswert nicht — es leitet seinen Wert nur von ihm ab. Das erlaubt etwas Mächtiges und Gefährliches zugleich: den Hebel. Mit wenig Kapital große Positionen bewegen. Hier lernen Sie CFDs und Optionen kennen — und warum der Hebel in beide Richtungen schneidet.
Bei einer Aktie kaufen Sie ein echtes Stück Eigentum. Bei einem Derivat kaufen Sie nur einen Vertrag, dessen Wert an einen Basiswert gekoppelt ist — eine Aktie, einen Index, einen Rohstoff. Sie besitzen den Basiswert nie. Dafür brauchen Sie nur einen Bruchteil des Kapitals: die Margin. Der Rest ist Hebel.
Ein CFD bildet 1:1 die Kursbewegung des Basiswerts ab. Sie zahlen oder erhalten nur die Differenz zwischen Ein- und Ausstieg — gehebelt. Einfach, flexibel, hochriskant.
Long wie Short möglich · Verlust kann den Einsatz übersteigen.
Eine Option gibt Ihnen das Recht, einen Basiswert zu einem festen Preis zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put). Dafür zahlen Sie eine Prämie — Ihr maximaler Verlust als Käufer.
Verlust begrenzt auf die Prämie · Gewinn potenziell groß.
Mit 1.000 € Einsatz und Hebel 10 bewegen Sie 10.000 € am Markt. Steigt der Kurs um 1 %, gewinnen Sie 10 % auf Ihren Einsatz. Fällt er um 1 %, verlieren Sie 10 %. Drehen Sie Hebel und Kursänderung — und achten Sie auf den Margin Call.
Das Auszahlungsprofil einer gekauften Option hat eine unverwechselbare Knickform. Nach unten ist der Verlust auf die gezahlte Prämie begrenzt — egal wie weit der Kurs läuft. Nach oben bleibt die Chance offen. Schalten Sie zwischen Call und Put und schieben Sie den Kurs.
Derivate sind Werkzeuge für Fortgeschrittene. Für Einsteiger gilt: erst verstehen, lange üben, klein anfangen.
Gewinne und Verluste werden um den Hebel multipliziert. Schon kleine Kursbewegungen entscheiden viel.
Beim CFD ist der Verlust offen (Nachschuss möglich). Bei der gekauften Option ist er auf die Prämie begrenzt.
Reicht die Margin nicht mehr, wird zwangsliquidiert. Money-Management (Lektion 07) ist hier überlebenswichtig.