Regeln sind unverletzlich — Leitlinien sind Tendenzen. Sie gelten meistens, nicht immer, und helfen, zwischen mehreren erlaubten Zählungen die wahrscheinlichste zu wählen. Vier der wichtigsten: Alternation, Kanaltechnik, Korrekturtiefe und Wellengleichheit.
Eine Regel darf nie verletzt werden — bricht sie, ist die Zählung falsch. Eine Leitlinie beschreibt, was häufig geschieht: Sie hilft, Wahrscheinlichkeiten zu gewichten, schließt eine Zählung aber nicht aus, wenn sie einmal nicht zutrifft. Die folgenden vier Leitlinien zählen zu den nützlichsten der Praxis.
Sind Welle 2 und Welle 4 verschieden — ist die eine scharf, wird die andere meist seitwärts.
Impulse verlaufen oft in einem parallelen Kanal, der das Ziel von Welle 5 andeutet.
Korrekturen enden häufig nahe an Fibonacci-Marken — und im Bereich der vorherigen Welle 4.
Ist Welle 2 eine scharfe Korrektur (Zigzag), wird Welle 4 meist eine seitwärts laufende (Flat oder Dreieck) — und umgekehrt. Die beiden Korrekturen eines Impulses sehen selten gleich aus. Schalten Sie um.
Alternation ist eine Erwartungshaltung: Wenn Welle 2 tief und schnell fiel, rechnet man bei Welle 4 mit einer flachen, zeitraubenden Konsolidierung. Hat Welle 2 dagegen nur seitwärts gependelt, ist bei Welle 4 eher ein scharfer Rücksetzer zu erwarten.
Die Leitlinie gilt auch für die Form: Zigzag gegen Flat, einfache gegen komplexe Korrektur. Sie verhindert, dass man zwei gleichartige Korrekturen in einem Impuls erwartet.
Impulse verlaufen oft innerhalb zweier paralleler Linien. Verbindet man die Enden von Welle 1 und 3 und legt eine Parallele an das Ende von Welle 2, entsteht ein Kanal, der das wahrscheinliche Ziel von Welle 5 markiert. Blenden Sie den Kanal ein.
Sobald die Wellen 1 bis 4 stehen, lässt sich ein vorläufiger Kanal zeichnen: eine Basislinie durch die Tiefs von Welle 2 und 4, dann eine Parallele am Hoch von Welle 3. Die obere Linie gibt eine Zielzone für das Ende von Welle 5.
Bricht Welle 5 deutlich über den Kanal hinaus („throw-over") ist das oft ein Erschöpfungssignal. Endet sie davor, war der Trend schwächer als erwartet.
Korrekturen enden häufig in der Nähe bestimmter Fibonacci-Marken und oft im Preisbereich der vorangegangenen vierten Welle eine Ebene tiefer. Verschieben Sie die Korrektur und sehen Sie die typischen Zonen.
Scharfe Korrekturen (Zigzags) holen oft 61,8 % oder gar 78,6 % zurück. Seitwärts laufende Korrekturen in starken Trends enden häufig schon bei 38,2 % oder darunter. Welle 4 retraced typischerweise nur 23,6–38,2 % von Welle 3.
Eine zusätzliche Orientierung: Korrekturen enden gern im Kursbereich der vierten Welle einer Ebene tiefer. Fibonacci und Wellenstruktur zusammen ergeben die belastbarste Zielzone.
In einem Impuls tendieren zwei der drei Antriebswellen (1, 3, 5) zur Gleichheit in Länge und Dauer — meist Welle 1 und Welle 5, wenn Welle 3 die verlängerte ist. Schalten Sie die Markierung ein.
Wenn Welle 3 die Extension trägt, bleiben Welle 1 und Welle 5 die „unauffälligen Geschwister" — und gleichen sich häufig in Länge und Zeit. Das gibt ein konkretes Ziel für Welle 5, sobald Welle 1 bekannt ist.
Ist eine andere Welle verlängert, verschiebt sich die Gleichheit entsprechend. Zusammen mit der Kanaltechnik liefert diese Leitlinie oft erstaunlich präzise Ziele.