EWADE
II 5 · Leitlinien 5.0 — Übersicht Live
№ 005.00 — DE
← Aus dem Kapitel „Korrekturwellen"
Weitere Themen · Lehrstück

Leitlinien der Wellenbildung.

Regeln sind unverletzlich — Leitlinien sind Tendenzen. Sie gelten meistens, nicht immer, und helfen, zwischen mehreren erlaubten Zählungen die wahrscheinlichste zu wählen. Vier der wichtigsten: Alternation, Kanaltechnik, Korrekturtiefe und Wellengleichheit.

Lesedauer7 Min.
ArtLeitlinien, keine Regeln
Interaktiv4 Module
Abb. 1 · Impuls im Trendkanal
SVG · 600×450
00Grundsatz

Regel oder Leitlinie?

Eine Regel darf nie verletzt werden — bricht sie, ist die Zählung falsch. Eine Leitlinie beschreibt, was häufig geschieht: Sie hilft, Wahrscheinlichkeiten zu gewichten, schließt eine Zählung aber nicht aus, wenn sie einmal nicht zutrifft. Die folgenden vier Leitlinien zählen zu den nützlichsten der Praxis.

01
Alternation

Sind Welle 2 und Welle 4 verschieden — ist die eine scharf, wird die andere meist seitwärts.

02
Kanaltechnik

Impulse verlaufen oft in einem parallelen Kanal, der das Ziel von Welle 5 andeutet.

03
Korrekturtiefe

Korrekturen enden häufig nahe an Fibonacci-Marken — und im Bereich der vorherigen Welle 4.

01Leitlinie

Alternation — die Wellen wechseln sich ab.

Ist Welle 2 eine scharfe Korrektur (Zigzag), wird Welle 4 meist eine seitwärts laufende (Flat oder Dreieck) — und umgekehrt. Die beiden Korrekturen eines Impulses sehen selten gleich aus. Schalten Sie um.

Welle 2 ↔ Welle 4

2 scharf · 4 seitwärts
Alternation. Welle 2 ist ein scharfer Zigzag — also wird Welle 4 typischerweise eine flache, seitwärts laufende Korrektur. Die beiden kontrastieren.

Kontrast als Erwartung

Alternation ist eine Erwartungs­haltung: Wenn Welle 2 tief und schnell fiel, rechnet man bei Welle 4 mit einer flachen, zeit­raubenden Konsolidierung. Hat Welle 2 dagegen nur seitwärts gependelt, ist bei Welle 4 eher ein scharfer Rücksetzer zu erwarten.

Die Leitlinie gilt auch für die Form: Zigzag gegen Flat, einfache gegen komplexe Korrektur. Sie verhindert, dass man zwei gleich­artige Korrekturen in einem Impuls erwartet.

„Erwarte einen Unterschied in der nächsten Ausprägung derselben Welle — das ist die Leitlinie der Alternation." — Frost & Prechter
02Leitlinie

Kanaltechnik — der parallele Kanal.

Impulse verlaufen oft innerhalb zweier paralleler Linien. Verbindet man die Enden von Welle 1 und 3 und legt eine Parallele an das Ende von Welle 2, entsteht ein Kanal, der das wahrscheinliche Ziel von Welle 5 markiert. Blenden Sie den Kanal ein.

Trendkanal eines Impulses

Ziel für Welle 5
Kanal. Die untere Linie verbindet die Enden von Welle 2 und 4; die obere ist eine Parallele am Ende von Welle 3. Welle 5 endet oft nahe der oberen Linie.

Vom Kanal zum Ziel

Sobald die Wellen 1 bis 4 stehen, lässt sich ein vorläufiger Kanal zeichnen: eine Basislinie durch die Tiefs von Welle 2 und 4, dann eine Parallele am Hoch von Welle 3. Die obere Linie gibt eine Ziel­zone für das Ende von Welle 5.

Bricht Welle 5 deutlich über den Kanal hinaus („throw-over") ist das oft ein Erschöpfungs­signal. Endet sie davor, war der Trend schwächer als erwartet.

„Zeichne den Kanal, sobald die Wellen 1 bis 4 vorliegen — die obere Parallele schätzt das Ende der Welle 5." — Elliott Wave Principle
03Leitlinie

Korrekturtiefe — wo Rücksetzer enden.

Korrekturen enden häufig in der Nähe bestimmter Fibonacci-Marken und oft im Preisbereich der vorangegangenen vierten Welle eine Ebene tiefer. Verschieben Sie die Korrektur und sehen Sie die typischen Zonen.

Retracement-Tiefe

61,8 %
Tiefe der Korrektur (Retracement) 61,8 %
61,8 %. Eine tiefe, aber häufige Korrektur — der „goldene" Rückzug. Scharfe Korrekturen enden oft hier.

Verbreitete Marken

Scharfe Korrekturen (Zigzags) holen oft 61,8 % oder gar 78,6 % zurück. Seitwärts laufende Korrekturen in starken Trends enden häufig schon bei 38,2 % oder darunter. Welle 4 retraced typischerweise nur 23,6–38,2 % von Welle 3.

Eine zusätzliche Orientierung: Korrekturen enden gern im Kurs­bereich der vierten Welle einer Ebene tiefer. Fibonacci und Wellenstruktur zusammen ergeben die belastbarste Zielzone.

„Korrekturen — besonders vierte Wellen — enden oft im Spannungsfeld der vorherigen vierten Welle kleineren Grades." — Frost & Prechter
04Leitlinie

Wellengleichheit — zwei der drei sind ähnlich.

In einem Impuls tendieren zwei der drei Antriebs­wellen (1, 3, 5) zur Gleichheit in Länge und Dauer — meist Welle 1 und Welle 5, wenn Welle 3 die verlängerte ist. Schalten Sie die Markierung ein.

Welle 1 ≈ Welle 5

bei Extension in Welle 3
Gleichheit. Welle 3 ist die längste (extended). Welle 1 und Welle 5 sind dann oft annähernd gleich lang — eine verlässliche Tendenz.

Die unauffälligen Geschwister

Wenn Welle 3 die Extension trägt, bleiben Welle 1 und Welle 5 die „unauffälligen Geschwister" — und gleichen sich häufig in Länge und Zeit. Das gibt ein konkretes Ziel für Welle 5, sobald Welle 1 bekannt ist.

Ist eine andere Welle verlängert, verschiebt sich die Gleichheit entsprechend. Zusammen mit der Kanaltechnik liefert diese Leitlinie oft erstaunlich präzise Ziele.

„Wenn Welle 3 die verlängerte ist, neigen Welle 1 und Welle 5 zur Gleichheit." — Elliott Wave Principle
← Zurück
Triple Three
Die dreifache Kombination (W-X-Y-X-Z).
Weiter →
Fehlschlag (Welle 5)
Die verkürzte fünfte Welle — Truncation / Failure.